Unternehmen wie Glomb aus Bremerhaven, Weets aus Emden und Beeken aus Hamburg sind auf eine intelligente Containerlogistik spezialisiert und garantieren eine effiziente Vernetzung der wichtigsten deutschen Seehäfen.
Für die Logistikdienstleister Glomb, Weets und Beeken stellt die Hafenlogistik einen bedeutenden Teil ihres Geschäfts dar. So sind die Fahrzeuge der Bremerhavener Spedition GCD Glomb Containerdienst regelmäßig von und zu den Häfen unterwegs. Und auch die auffällige pinke Lackierung der Sattelauflieger hat damit zu tun: Sie diente zur Zeit der Gründung des Unternehmens 1980 als Diebstahlschutz im damals noch unbewachten Hafen und ist längst Firmenfarbe wie Markenzeichen des Mittelständlers.
Mit derzeit insgesamt 450 Lkws, davon 70 eigenen, bedient Glomb sowohl Nah- als auch Fernverkehr und ist unter anderem auf den Strecken im sogenannten Nassen Dreieck – also von und nach Bremerhaven, Bremen und Hamburg – sowie von und zu den Seehäfen in Rotterdam und Antwerpen unterwegs. Insgesamt sind es 200.000 TEU pro Jahr. Feederverkehre machen dabei etwa zehn Prozent der Transporte aus, der direkte Nahverkehr und Umfuhren innerhalb der Häfen rund 20 bis 25 Prozent. Zu den Kunden zählen vor allem Reedereien und Seehafenspeditionen sowie für die letzte Meile Umschlagsunternehmen in den Seehäfen.

Flexibilität ist Trumpf
„Wir bieten Umfuhren, zum Beispiel zwischen Wilhelmshaven und Bremerhaven, Bremerhaven und Hamburg sowie Hamburg und Wilhelmshaven, an“, berichtet Delf Hoehne, der bei Glomb für die Gesamtleitung Westeuropa und Spezialtransporte verantwortlich ist. Rund 400 bis 500 solcher Transporte werden pro Woche durchgeführt. Eine der wichtigsten Eigenschaften des Logistikunternehmens ist aus seiner Sicht eine hohe Flexibilität. Denn trotz Rahmenverträgen vergeben die Kunden ihre Trampaufträge für den Im- und Export größtenteils sehr kurzfristig, das heißt mit einer Vorlaufzeit von durchschnittlich etwa einem Tag.
Die Herausforderung für den Logistikdienstleister liegt darin, möglichst jeden Container pünktlich zu gestellen und zugleich die Kunden proaktiv zu informieren. Umso wichtiger ist es für die Disposition, dass die Schiffe pünktlich ankommen und abgefertigt werden und dass an den Terminals alles reibungslos und ohne lange Wartezeiten läuft. Schließlich gilt in diesem Geschäft ganz besonders: Zusätzlicher Aufwand kostet Zeit und Geld. Deshalb und aus Gründen der Nachhaltigkeit ist das Unternehmen bestrebt, seine Transporte zu optimieren, sodass Leerfahrten so weit wie möglich vermieden werden.
Die deutschen Seehäfen stärken
Auch die 1985 gegründete Spedition Weets aus Emden mit Standorten in Hamburg, Soltau und Wolfsburg befördert Seecontainer vom Gestellungsort entweder direkt per Lkw in den Hafen oder setzt auf eine kombinierte Lösung mit dem Schienenverkehr. In letzterem Fall wird der Container zunächst mit dem Lkw zum Gestellungsort, anschließend zum Inlandsterminal und von dort per Bahn in den Hafen transportiert. „Dieser Ablauf ist für uns entscheidend, da unsere Prozesse stets im Seehafen starten oder enden“, unterstreicht Paul Mlozniak, Leiter für Bahnverkehre und Vertrieb bei Weets.
„Wir nutzen hauptsächlich Bremerhaven, Wilhelmshaven und Hamburg – und sind sozusagen auf die deutschen Seehäfen ausgerichtet, die wir stärken möchten“, betont Mlozniak. Typische Strecken der rund 180 Fahrzeuge umfassenden Flotte – darunter 70 eigene Lkw – führen von Wilhelmshaven nach Bremerhaven und von Wilhelmshaven nach Hamburg. 2024 hat der Mittelständler 180.000 Standardcontainer (TEU) transportiert, davon 70 Prozent im kombinierten Verkehr (KV) und 30 Prozent per Lkw.
Für die Schiene setzt das Unternehmen unter anderem auf sein KV-Terminal in Soltau, von wo aus Bahnverkehre nach Hamburg und Bremerhaven angeboten werden. Hinzu kommt ein Transportangebot per Barge, das derzeit zwischen Wolfsburg und Bremerhaven, Wolfsburg und Hamburg sowie Bremerhaven und Hannover möglich ist.
Durch die neue Struktur der Liniendienste innerhalb der Gemini-Allianz von Maersk und Hapag-Lloyd wurden Wilhelmshaven und Bremerhaven als Hafenhubs etabliert. Das wirkt sich natürlich auch auf die gesamte Hafenlogistik aus. „Für Wilhelmshaven erhöhen wir jetzt die Bahnkontingente“, berichtet Mlozniak und erläutert: „Solche Anpassungen sind auf der Schiene noch komplexer als beim Lkw. Aber auch für die erwartete Zunahme von Lkw-Transporten erfordert es Rückladung. Daher sind wir hier im Gespräch mit den Kunden und den Reedern, um die Auslastung zu optimieren.“

Den Norden verbinden
Das bereits 1913 gegründete Unternehmen Beeken Transport und Logistik ist mit seinen derzeit 50 eigenen Zugfahrzeugen und 200 Transportchassis ebenfalls auf die Beförderung von Containern von und zu den Häfen spezialisiert. In Deutschlands Norden verbindet der Mittelständler vom Stammhaus in Hamburg und der 2013 eröffneten Niederlassung in Wilhelmshaven aus mit seinen Transportdienstleistungen die Wirtschaftsregionen von Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern sowie Berlin und Brandenburg.
„Unsere Kernkompetenz sind Transporte von und zu den deutschen Seehäfen“, unterstreicht Inhaber Bernd Beeken, der das Unternehmen in vierter Generation führt. Nur im Fernverkehr angeboten werden auch Rotterdam und Antwerpen. „Zu den deutschen Seehäfen führen wir zu 80 Prozent Containertransporte durch, zu 20 Prozent sind es Umfuhren innerhalb der Häfen.“ Hinzu kommen Beförderungen ins Hinterland.
Über alle Transporte kommt das Unternehmen auf rund 300.000 TEU pro Jahr. Dafür muss natürlich insbesondere die Anlieferung an die Seehafenterminals reibungslos sein. „Entscheidend ist dabei unter anderem die Schnittstelle zwischen der Automatisierung und den Mitarbeitern am Terminal“, unterstreicht Beeken und ergänzt: „Mal abgesehen von Ausreißern wie Streiks funktioniert das insgesamt gut.“
Aber Optimierungspotenzial gibt es natürlich auch. Die von den auf Port-Community-Systeme spezialisierten Dienstleistern DBH Logistics IT aus Bremen und Dakosy aus Hamburg entwickelte gemeinsame deutsche IT-Lösung ist ein Beispiel dafür: Der digitalisierte Freistellungsprozess von Importcontainern namens „Secure Release Order“ wird in Bremerhaven, Bremen und Hamburg das bisherige PIN-Code-basierte Verfahren im Laufe dieses Jahres sukzessive ablösen. Die Logistikdienstleister begrüßen das – schließlich wird so auch die Idee von German Ports ganz praxisnah gelebt. (cb)